Binz – ein charmantes Seebad

Mondäne, kunstvoll verzierte Villen im Stil der Bäderarchitektur, süße, kleine Boutiquen und ein stilvoller Musikpavillon: Wer in Binz über die rund 3,2 Kilometer lange Strandpromenade schlendert, fühlt sich schnell, wie in eine andere Zeit versetzt.

Die liebevoll restaurierten, zumeist in edlem Weiß gehaltenen Bädervillen verleihen dem Seebad einen ganz besonderen Charme. Feriengäste, die das malerische Ostseebad zum ersten Mal besuchen, sind in der Regel so verzaubert, dass es sie kaum verwundern würde, wenn sie auf einmal einer feinen Dame, in einem altmodisch-verspielten Kleid aus der Jahrhundertwende oder einem vornehmen Kavalier begegnen würden, der hoch zu Ross die Straße entlang reitet.

Luxuriöse Reise in die Vergangenheit

Binz ist mit circa 5.700 Einwohnern nicht nur das größte Seebad auf der Insel Rügen, sondern sicherlich auch eines der bekanntesten und beliebtesten.

Viele, der um das Jahr 1900 erbauten schmucken Villen, werden heute als Hotels und Ferienwohnungen genutzt. Urlauber haben dort also die Gelegenheit, sich selbst einmal so zu fühlen, wie die zumeist wohlhabenden und oftmals prominenten Badegäste, die schon vor rund 100 Jahren die Sommerfrische in Binz verbrachten.

Heutzutage hat der Badeort natürlich noch deutlich mehr Komfort und Luxus zu bieten – ohne jedoch dabei seinen historischen Charme eingebüßt zu haben.

Die fast 2000 Sonnenstunden im Jahr machen Binz zu einem idealen Ferienziel für Strandurlauber. Der feinsandige Strand, die (bei jedem Wetter schön anzusehende) Ostsee und die zahlreichen Möglichkeiten für Wassersportler, bieten perfekte Bedingungen, um einen Tag am Strand von Binz so richtig auszukosten.

Wer zwischendurch hungrig ist oder ein wenig Abwechslung möchte, findet bei der großen Auswahl an Restaurants, Cafés und hübschen kleinen Geschäften entlang der Strandpromenade ganz sicher den für ihn perfekten Platz.

Ausflug zum Märchenschloss

Auch abseits des Strandes punktet Binz mit einer Vielzahl an Ausflugszielen. Zum Beispiel zieht das Jagdschloss Granitz, das ganz in der Nähe von Binz auf einem bewaldeten Berg gelegen ist, jährlich mehr als 250.000 Touristen an. Das somit meistbesuchte Schloss in ganz Mecklenburg-Vorpommern liegt inmitten eines rund 1.000 Hektar großen Waldes und gehört zum Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Das märchenhafte Schloss kann von Binz aus ganz bequem und schnell mit dem „Rasenden Rohland“ - der Rügensche Kleinbahn – erreicht werden.

Um die naturbelassene Landschaft rund um Binz zu erkunden, ist zudem ein Fahrrad gut geeignet. Urlauber, die kein eigenes Rad mitgebracht haben, haben an mehreren Stellen die Möglichkeit, eines auszuleihen.

Auch auf dem Rücken eines Pferdes können Reiter die Gegend auf besonders angenehme Weise entdecken.

Ein Ortsteil von Binz ist das von den Nationalsozialisten geplante Seebad Prora. Dort steht bis heute das als „Koloss von Prora“ bekannte rund 4,5 Kilometer lange Bauwerk, das vor dem Zweiten Weltkrieg als Urlaubsdomizil gedacht war. Rund 20.000 Menschen sollten dort gleichzeitig ihre Ferien verbringen können.

Die unter Denkmalschutz stehende Anlage wurde seitdem für unterschiedliche Zwecke, wie beispielsweise eine Jugendherberge oder als Veranstaltungsort für Sommerfeste, verwendet. Wie genau der Komplex in Zukunft genutzt werden soll, ist allerdings noch weitestgehend offen.

Zweitlängste Seebrücke Rügens

Besonders beliebt bei Urlaubern ist die Seebrücke. Mit einer Länge von 370 Metern ist die Binzer Brücke (nach der Seebrücke Sellin) die zweitlängste auf der Insel Rügen.

Wie in einigen anderen Seebädern auch, existiert die Seebrücke in Binz in ihrer heutigen Form erst verhältnismäßig kurz. Zwar entstand bereits im Jahr 1902 eine 560 Meter lange Brücke, doch mehrfach wurde diese durch die Witterung oder durch ein Unglück zerstört.

Im Mai 1994 wurde die neue Brücke eingeweiht, von der aus unter anderem Schiffsfahrten entlang der spektakulären Rügener Kreideküste starten.